Der Test, den Sie selbst machen können
Vorhandenes Bohrmehl entfernen
absaugen oder vorsichtig abwischen.
Ein dunkles Papier oder Tuch unterlegen
, direkt unter die Stelle.
Ein bis zwei Wochen warten
und nachsehen.
Kommt frisches, helles Bohrmehl nach, ist der Befall aktiv. Bleibt das Papier sauber und sind die Löcher vergraut, kann der Befall längst erloschen sein — mitunter seit Jahrzehnten. Genau an dieser Unterscheidung verschätzen sich Laien regelmäßig, und sie entscheidet über das gesamte weitere Vorgehen. Nicht selten spart dieser Test die komplette Behandlung.
Holzwurm oder Hausbock — der wichtigere Unterschied
„Holzwurm" ist der Laienbegriff für die Larve des Gemeinen Nagekäfers. Sie frisst Gänge in Holz und hinterlässt die typischen kleinen, runden Ausfluglöcher — in Möbeln, Treppen, Holzbauteilen.
Der Hausbock befällt verbautes Nadelholz, klassisch den Dachstuhl, und ist statisch besonders kritisch. Seine Larven fressen über Jahre im Inneren, ohne dass außen viel zu sehen ist. Deshalb sind bei ihm oft Fraßgeräusche das erste Anzeichen — ein feines Knistern oder Nagen, meist in warmen Sommermonaten hörbar.
Wenn es dagegen poltert und trappelt, ist es kein Holzschädling, sondern ein Poltern statt Knistern im Dach.

Was Sie jetzt tun sollten
Den Papiertest ansetzen und ein bis zwei Wochen beobachten
Fotos
der Löcher machen, mit einer Münze als Größenvergleich
Notieren, ob und wann Sie Geräusche hören
Bei tragendem Holz nicht selbst bohren, klopfen oder behandeln — das schwächt genau das Bauteil, das Sie retten wollen
Keine Oberflächenmittel aus dem Baumarkt: Sie erreichen die tiefsitzenden Larven nicht
Wie die Begutachtung und Behandlung läuft
Am Anfang steht der Befund: aktiv oder inaktiv, welche Art, welche Bauteile, ob die Statik betroffen ist. Häufig lautet das Ergebnis: kein Handlungsbedarf.
Wenn behandelt wird, gibt es drei Wege. Das Heißluft- oder Wärmeverfahren heizt das Holz auf letale Temperaturen auf — chemiefrei und hochwirksam, das Premiumverfahren, besonders geeignet für bewohnte Gebäude und Denkmäler. Zugelassene Holzschutzmittel werden als Tränkung oder Bohrlochinjektion eingebracht. Die Begasung ist ein Sonderfall: anzeige- beziehungsweise erlaubnispflichtig nach Gefahrstoffverordnung und nur durch zertifizierte Fachbetriebe.
Bei tragenden Bauteilen ist Holzschutz- und Statik-Sachkunde nach DIN 68800 erforderlich; bei Denkmälern ist die Denkmalschutzbehörde einzubeziehen. Details unter Holzwurm und Hausbock bekämpfen.
Häufige Fragen
Muss ich den Dachstuhl austauschen?
In den allermeisten Fällen nicht. Erst kommt der Befund — Ausmaß und Statikrelevanz —, dann das Verfahren. Ein Austausch ist die Ausnahme und wird nach DIN 68800 begründet, nicht nach Gefühl.
Wie alt können die Löcher sein?
Sehr alt. Vergraute Ausfluglöcher ohne nachkommendes Bohrmehl können aus einem Befall stammen, der vor Jahrzehnten erloschen ist. Genau deshalb ist der Papiertest so nützlich.
Ich höre nachts ein Knistern. Hausbock?
Möglich — Hausbocklarven erzeugen beim Fraß hörbare Geräusche. Es kann aber auch Holz sein, das sich temperaturbedingt bewegt. Notieren Sie Uhrzeit und Art des Geräusches.
Was kostet die Begutachtung?
Die telefonische Ersteinschätzung ist kostenlos. Für einen Ortstermin gilt ab 69 € Einsatzpauschale zzgl. Material und Aufwand, Anfahrt inklusive — siehe was die Begutachtung kostet.
Telefon: 0176 4287 6094 · rund um die Uhr erreichbar
Bremen hat ungewöhnlich viel alte Holzsubstanz erhalten: Holzwurm im Fachwerk des Spiegelhofs, Holzwurm im unzerstörten Altbau und Holzschädlinge in den Kapitänshäusern.