Vier Jahrhunderte Holz an einem Ort
Neben dem Spiegelhof von 1667 stehen in Burglesum das Doktorhaus von 1770 im Werderland, das klassizistische Haus Lesmona von 1814 und das Torhaus Schloss Mühlental mit Pförtner- und Gärtnerhaus von 1871.
Die typischen Fundorte sind hier historische Fachwerk- und Dachkonstruktionen: Ständer, Riegel, Schwellen, Deckenbalken, Sparren. In Nadelholzkonstruktionen ist der Hausbock möglich und dann statisch besonders kritisch; im übrigen Bauholz und im Innenausbau ist es meist der Holzwurm.
Fachwerk, Denkmalschutz und Statik gehören zusammen
Bei einem Objekt wie dem Spiegelhof ist praktisch jedes Bauteil zugleich tragend und denkmalgeschützt. Deshalb laufen hier drei Dinge parallel: die Befundaufnahme (aktiv oder inaktiv, welche Art, welcher Umfang), die Beurteilung nach DIN 68800 mit Holzschutz- und Statik-Sachkunde und die Einbeziehung der Denkmalschutzbehörde.
Erst danach steht das Verfahren fest — Wärmebehandlung, Tränkung, Bohrlochinjektion oder im Sonderfall eine anzeige- und erlaubnispflichtige Begasung. Wer diese Reihenfolge umdreht, riskiert an einem 350 Jahre alten Haus mehr, als er repariert.
Was Sie sofort tun können
- Jedes verdächtige Bauteil einzeln fotografieren und den Ort notieren
- Dunkles Papier unterlegen, vorhandenes Bohrmehl vorher entfernen
- Nach ein bis zwei Wochen prüfen, ob helles Mehl nachkommt
- Schwellen und Fußpunkte auf Nässe und Erdkontakt prüfen
- In Fachwerk nicht bohren, nicht ausstemmen, nichts abbeizen
Häufige Fragen aus Burglesum
Wir wohnen in einer Villa am hohen Lesumufer. Kommt die Technik dort überhaupt hin?
In der Regel ja, aber die Hanglage ist eine Frage der Zugänglichkeit und wird vorher geklärt. Sagen Sie beim Anruf die Adresse und wie die Zufahrt aussieht.
Wie lange dauert so eine Begutachtung im Fachwerk?
Länger als in einem Neubau, weil viele Bauteile einzeln beurteilt werden. Dafür steht am Ende ein belastbarer Befund — und häufig auch das Ergebnis, dass ein großer Teil der Löcher aus erloschenen Befällen stammt.
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Vergleichbare Objekte in Bremen-Nord sind die Kapitänshäuser in Vegesack, Burg Blomendal in Blumenthal und die Siedlungen in Gröpelingen. Im selben Bestand ist die Feuchte ein Thema — siehe Silberfische in der Marschenlage.
Bevor an historischem Fachwerk irgendetwas passiert, steht der Befund: Bohrmehl am Fachwerk richtig deuten.
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